Bereit, dein erstes Softwareprojekt zum Erfolg zu führen? Entdecke wichtige Skills, mit denen du dein Projekt perfekt umsetzt. Wie können Projektmarketing und Risikomanagement dir helfen? Erfahre, welche Schlüsselkompetenzen es braucht – inklusive Videos, die dir den Einstieg erleichtern.
Inhalt
1. Projektmanager*in: Sei dir deiner Rolle bewusst.
2. Projektplanung: Behalte stets den Überblick.
3. Risikomanagement: Kenne die Stolperfallen.
4. Informiere und kommuniziere.
5. Fazit
Als Programmierer*in hast du vielleicht schon gemerkt, dass es in der Softwareentwicklung nicht nur um das Schreiben von Code geht. Wenn du dann nicht nur fürs Programmieren zuständig bist, sondern auch ein Projekt leitest, erwarten dich weit mehr Aufgaben für die du zusätzliche Skills benötigst. Das kann schneller passieren als du denkst: Du beginnst womöglich mit einer kleinen Programmierung, die sich schlagartig zu einem großen Projekt entwickelt, und schon wirst du vom Programmierenden zur projektverantwortlichen Person.
Doch keine Sorge: In diesem Artikel erfährst du, wie du ein Projekt – sei es dein privates Vorhaben oder für eine Firma – auf Kurs hältst. Von effektivem Projektmarketing, das dir hilft, deine Ideen überzeugend zu kommunizieren, bis hin zu Risikomanagement, das dich auf unerwartete Hindernisse vorbereitet – wir zeigen dir, wie du diese Fähigkeiten meisterst. Und das Beste: Wir haben hilfreiche Videos für dich, die dir genau erklären, wie du diese Techniken in der Praxis anwenden kannst. Sehen wir es uns gemeinsam an …
1. Projektmanager*in: Sei dir deiner Rolle bewusst.
Als Programmier*in ist es von Anfang an entscheidend, nicht nur den Code im Blick zu haben, sondern auch deine Rolle im Gesamtprojekt zu verstehen. Egal, ob du allein arbeitest oder ein Teams leitest, das Bewusstsein für deine Verantwortlichkeiten im Projektmanagement hilft dir, den Überblick zu behalten und deine Aufgaben effizient zu erledigen. Es bedeutet, zu wissen, wann du Entscheidungen treffen musst, wie du effektiv kommunizierst und wie du deine Arbeit in den größeren Kontext des Projekts einfügst. Indem du dir deiner Rolle bewusst wirst, kannst du nicht nur deinen eigenen Beitrag optimieren, sondern auch die Zusammenarbeit im Team verbessern und so zum Gesamterfolg des Projekts beitragen. Beachte deshalb immer, dass du als Projektmanager*in mehrere Hauptaufgaben hast:

2. Projektplanung: Behalte stets den Überblick.
Verschaffe dir einen guten Überblick, in dem du eine Vorstudie betreibst. Wenn du nach dem klassischen Wasserfall-Modell vorgehst, wirst du dafür einen Projektstrukturplan (PSP) erstellen. Dabei handelt es sich um ein hierarchisch gegliedertes Diagramm (siehe Abbildung 2), das alle Aufgaben und Teilaufgaben deines Projekts darstellt. Der PSP hilft dir dabei, den Umfang des Projekts zu definieren und die Aufgaben in überschaubare Arbeitspakete zu unterteilen. Das dahinterliegende Ziel ist es, dass du alle Aufgaben systematisch erfasst und strukturierst. Du erhältst dadurch eine sogenannte “Projektlandkarte”.

Tipps zur Erstellung eines PSP (nutze dafür Post-its um deine Gedanken zu ordnen):
- strukturiere zuerst den Inhalt
- definiere anschließend die Meilensteinen des Projekts
- Unterteile jede Phase in kleinere, spezifische Aufgaben (definiere Arbeitspakete und lege die zuständigen Personen fest)
- Stelle sicher, dass jede Aufgabe klar definiert und messbar ist, indem du Detailbeschreibungen der Arbeitspakete erstellst.
Merke:
pm baseline, S. 32.
“Ziel des Projektstrukturplans (PSP) ist die phasenorientierte Darstellung der Leistungsplanung in Form eines Baumdiagramms. Das Denken in Projektphasen fördert eine prozessorientierte Strukturierung von Projekten. Der PSP enthält alle in einem Projekt zu erfüllenden Aufgaben, die in Arbeitspaketen abgebildet werden.”
3. Risikomanagement: Kenne die Stolperfallen.
Risikomanagement ist der Prozess der Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken, die den Erfolg eines Projekts gefährden könnten. Ein effektives Risikomanagement hilft dabei, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln.
“Das Projektrisiko wird als Möglichkeit der positiven (Chance) oder negativen (Gefahr) Abweichung vom Projektziel definiert.”
pm baseline, S. 41.
Im Ernstfall ist es eine immense Erleichterung, wenn ein ‘Plan B’ bereits in der Schublade liegt. Einen solchen Plan wirst du nicht für jedes potentielle Risiko vorab ausarbeiten, aber alleine, dass du dir im Vorfeld darüber Gedanken gemacht hast, wird dir in vielen Momenten ein Vorteil sein. Die Entscheidung, zu welchen Risiken du konkrete Pläne machst, solltest du von der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkung des Risikos abhängig machen. Die diversen Bewertungsmöglichkeiten werden im folgenden Video erklärt:
Schritte im Risikomanagement:
- Identifizierung: Erkennen und Auflisten potenzieller Risiken.
- Bewertung: Einschätzen der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkungen jedes Risikos.
- Maßnahmenplanung: Entwickeln von Strategien zur Vermeidung oder Minderung der identifizierten Risiken.
- Überwachung: Regelmäßiges Überprüfen und Anpassen der Risikomanagementmaßnahmen.

Ian Sommerville (2018. S. 719) gibt in seinem Buch “Software Engineering” anschauliche Beispiele zur ergänzenden Klassifikation von Risiken, die es nochmal verdeutlichen:
- Projektrisiko
Ein erfahrener Systemarchitekt fällt weg. Es besteht die Gefahr, dass sich das Projekt verzögert, da es viel Zeit kosten kann, einen gleichwertigen Ersatz zu finden. - Produktrisiko
Die Qualität oder die Leistung der entwickelten Software könnte etwa darunter leiden, dass zugekaufte Komponenten nicht die erwartete Leistung bringen. Dadurch könnte das gesamte System beeinträchtigt werden. - Geschäftsrisiko
Wenn der Mitbewerber ein neues Konkurrenzprodukt einführt, kann das zu einem Geschäftsrisiko für dein Unternehmen werden.
4. Informiere und kommuniziere.
Dazu gehören zwei Dinge: Einerseits Projektkommunikation, andererseits Projektmarketing.
Projektkommunikation
Projektkommunikation und Projektmarketing sind zwei wesentliche Aspekte, um ein Projekt erfolgreich zu steuern und Akzeptanz innerhalb und außerhalb des Teams zu sichern. Bei der Projektkommunikation geht es darum, sicherzustellen, dass alle Beteiligten (Anspruchsgruppen, wie in Abbildung 4 dargestellt) stets auf dem gleichen Stand sind und Missverständnisse vermieden werden. Dazu gehört es, regelmäßig Meetings abzuhalten, klare Dokumentationen zu führen und komplexe technische Informationen verständlich zu vermitteln.

Die wichtigsten Elemente einer effektiven Projektkommunikation sind:
- Zielgerichtete Kommunikation: Überlege genau, was du wem mitteilen möchtest und welches Ziel du mit deiner Nachricht verfolgst.
- Geeignete Kommunikationswege: Wähle das passende Medium, sei es eine E-Mail, ein Meeting oder ein informelles Gespräch.
- Zeitpunkt und Priorität: Entscheide, wann die Kommunikation erfolgen soll, um maximale Wirkung zu erzielen.
Projektmarketing
Projektmarketing spielt eine entscheidende Rolle, um das Projekt sowohl intern als auch extern positiv darzustellen. Es sorgt dafür, dass die Vorteile und Fortschritte des Projekts überzeugend kommuniziert werden, um die notwendige Unterstützung und Ressourcen zu sichern. Durch gezielte Marketingmaßnahmen wie Events, Workshops oder Projektblogs kannst du Vertrauen und Akzeptanz für dein Vorhaben fördern. In manchen Fällen, insbesondere bei Projekten, die große Veränderungen mit sich bringen, ist es hilfreich, Schlüsselpersonen als Fürsprecher*innen zu gewinnen. Diese sogenannten Promotor*innen können maßgeblich dazu beitragen, das Projekt erfolgreich zu unterstützen und die Akzeptanz im Unternehmen zu erhöhen.
Interessiert an weiteren Tipps zum Thema Projektmarketing und Kommunikation? In diesem YouTube-Video erfährst du, wie du deine Projekte noch erfolgreicher machen kannst.
5. Fazit
Projektmanagement mag anfangs komplex erscheinen, doch mit den richtigen Skills wird es zum Schlüssel für deinen Erfolg als Programmieranfänger*in. Wage den Schritt, organisiere dich und dein Team, und du wirst sehen, wie aus Chaos klare Strukturen und erfolgreiche Projekte entstehen.
Mit den Grundlagen des Projektmanagements an deiner Seite bist du bestens gerüstet, um deine Programmierprojekte zielgerichtet und effizient zu steuern. Falls du gerade erst mit dem Programmieren anfängst und mehr darüber erfahren möchtest, wie du Projektmanagement in deinen Lernprozess integrieren kannst, empfehlen wir dir unseren ausführlichen Leitfaden: Projektmanagement: Erfolgreicher Einstieg in Software- und Coding-Projekte. Dort findest du wertvolle Tipps und Anleitungen, um deine ersten Coding-Projekte von Anfang an richtig zu planen und durchzuführen.
Quellen
pm baseline (Version 3.1), gesichtet: 14.08.2024
J. Kuster (2011): Handbuch Projektmanagement.
I. Sommerville (2018): Software Engineering.
Pascal Mangold (2009): IT-Projektmanagement kompakt.
